Jetzt auch Herkunftskennzeichnung von Mischprodukten möglich

Berlin, 20.01.2026 – Auf der Grünen Woche 2026 hat die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft e. V. (ZKHL) gemeinsam mit dem Bundesverband der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V. (BVEO) und dem Deutschen Raiffeisenverband e. V. (DRV) die Entwicklung des Herkunftskennzeichens Deutschland beleuchtet und ein neues Rohstoff-Zeichen vorgestellt. Mit dem Rohstoff-Zeichen ist es ab sofort möglich, in Mischprodukten die deutsche Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe auszuloben. Die Veranstaltung, die von Dr. Christian Weseloh, Geschäftsführer des BVEO e. V., moderiert wurde, stieß auf großes Interesse aus der Branche.

v. l. n. r.: Nico Wolff, Geschäftsführer der Spreenhagener Vermehrungsbetriebe für Legehennen GmbH, Michael; Schulze Kalthoff, Mitglied des Vorstands der Westfleisch SCE mbH; Björn Fromm, Präsident des BVLH; Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des DRV; Hans Peter Goldnick, Präsident des ZDG; Peter Jürgens, Geschäftsführer der ZKHL; Dr. Christian Weseloh, Geschäftsführer des BVEO e. V.

Im Mittelpunkt stand die aktuelle Weiterentwicklung des Systems „Herkunftskennzeichen Deutschland“. Seit dem 01.01.2026 erlaubt das neue Rohstoff-Zeichen die Auslobung auf Produkten mit mehreren Zutaten. So wird beispielsweise mit dem Text „Kartoffeln aus deutscher Landwirtschaft“ auf einem Kartoffelsalat die deutsche Herkunft der Hauptzutat angezeigt. Das stellt eine deutliche Erweiterung der Auszeichnungsmöglichkeiten gegenüber dem bisher allein verfügbaren Herkunftskennzeichen „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ dar.

Weiterhin wurden die zeichenfähigen Produktgruppen, auf denen die beiden Zeichen „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ sowie das Rohstoff-Zeichen genutzt werden können, erweitert. Nun können auch Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten, Zucker, Fruchtsaft, Honig sowie Pflanzen und Blumen mit den Herkunftskennzeichen ausgelobt werden. Peter Jürgens, Geschäftsführer der ZKHL e. V., erklärte dazu: „Mit Einführung eines weiteren Zeichens „Rohstoff aus deutscher Landwirtschaft“ können jetzt landwirtschaftliche Rohstoffe mit deutscher Herkunft in vielen gemischten und verarbeiteten Produkten sichtbar gemacht werden. Das Rohstoff-Zeichen schließt die Lücke, die das bisherige Zeichen bei gemischten und verarbeiteten Produkten aufgrund des geltenden Kennzeichnungsrechts zwangsläufig lässt. Dieses neue Zeichen wird dazu beitragen, die deutsche Herkunft der wesentlichen Rohstoffe in verarbeiteten Produkten transparenter zu machen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine klare Orientierung zu bieten.“

In einer prominent besetzten Podiumsdiskussion teilten Branchenvertreter ihre Erfahrungen mit dem Zeichen und ihre Erwartungen an die neue Zeichenfamilie:

  • Michael Schulze Kalthoff, Mitglied des Vorstands der Westfleisch SCE mbH
  • Hans Peter Goldnick, Präsident des ZDG
  • Nico Wolff, Geschäftsführer der Spreenhagener Vermehrungsbetriebe für Legehennen GmbH
  • Björn Fromm, Präsident des BVLH
  • Franz-Josef Holzenkamp, Präsident des DRV

Die Teilnehmer stellten die Bedeutung für die Wertschöpfungskette und eine transparente, verständliche Herkunftsinformation heraus. Björn Fromm betonte, dass die einheitliche Kennzeichnung der deutschen Agrarprodukte im teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandel erfolgreich eingeführt wurde und bereits nach kurzer Zeit eine breite Sichtbarkeit erreicht hat. Für die weiterverarbeitende Industrie sieht Franz-Josef Holzenkamp eine große Chance, deutsche Agrarrohrstoffe in weiterverarbeiteten Produkten gegenüber den Verbrauchern sichtbar zu machen und privatwirtschaftlich auch ohne flankierende Gesetzgebung einen großen Schritt in Richtung der gewünschten Herkunftskennzeichnung zu gehen. Die Teilnehmer hoben gemeinsam hervor, wie wichtig klare und nachvollziehbare Kennzeichnungen für den Konsumenten sind, um Vertrauen in die Qualität und Herkunft von Lebensmitteln zu gewährleisten.

 

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